Sonntag, 10.05.2026 23:18 Uhr

Landesgartenschau Bad Nenndorf eine Woche geöffnet

Verantwortlicher Autor: Uwe Hildebrandt Bad Nenndorf, 10.05.2026, 01:16 Uhr
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Noch ist alles frei so kurz nach der Eröffnung um 10.00 Uhr
Noch ist alles frei so kurz nach der Eröffnung um 10.00 Uhr  Bild: Uwe Hildebrandt

Bad Nenndorf [ENA] Pünktlich am 29. April 2026 öffnete die letzte Landesgartenschau in Bad Nenndorf seine Pforten. Da ich Jahre zu vor schon die BUGA in Erfurt und einige Landesgartenschauen gesehen habe, habe ich es mir nicht nehmen lassen wieder aktiv zu werden und zu sehen was sich in den Jahren so ändert.

Mit „ letzte „ Landesgartenschau ist nicht gemeint, das keine mehr stattfinden wird, obwohl in der heutigen politischen Lage weiß man es nicht, sondern zuvor hatte am 16.4. die LAGA in Neuss (NRW) gestartet, am 23.4. die LAGA in Leinefelde – Worbis und am 24.4. die LAGA in Ellwangen. So, genug mit der Werbenummer, zurück zu Bad Nenndorf. Ich bin ja mit öffentlichen Verkehrsmitteln angereist, also Bahn und Bummelbahn. Das Wetter war gut, sonnig aber nur so um die 10 Grad am morgen. Entgegen meiner Erwartung für den ersten Tag im Zug nach Bad Nenndorf tote Hose, nur 2 weitere Personen haben sich die lange Bahnhofstr. entlang Richtung Eingang Kurpark zum Gelände gemacht.

Auch dort neben so 10 – 15 Pressevertreter vielleicht 100 Besucher, die zur Eröffnung an diesem Eingang standen. Als 2 besondere Gäste oder auch Besucher war ein Elefant mit dem Namen Jochen gekommen und der Frans mit großem Koffer. Glauben Sie nicht, das mit dem Elefant ? Dann auf die Bilder schauen. Als weitere sogenannte Walking Acts hatten sich an diesem Tage Mr. Moonlight und Pico Bello´s lustige Gärtner angesagt. Pünktlich um 10.00 Uhr dann der spektakuläre Banddurchschnitt, äh die beiden spektakulären Banddurchschnitte am Haupteingang und Kurparkeingang. Und schon ging´s auf das Gelände.

Eröffnung der LAGA Punkt 10.00 Uhr
Jochen war als Ehrengast dabei
Auch Frans hatte eine Aufgabe - Das Band ruhig halten

Dank eines faltbaren Lageplans in Papierform (ich hasse diese Onlinekarten, die man ausschnittsweise vergrößern und hin- und herschieben muß) konnte ich und dankbar andere Besucher sich erst einmal einen Überblick über das große Gelände verschaffen. Auf der Karte waren alle interessanten Bereiche, aber auch wichtigen Bereiche wie Gastronomie farblich unterschiedlich eingezeichnet. Im Bereich Service gab es Wickelräume, Toiletten, ärztliche Unterstützung, im Bereich Bewegung und Sport, den ich umschifft habe, gab es beispielsweise eine Spiel- und Sportfläche, einen Wasserspielplatz oder auch Beachspiele. Der Natur & Gartenbereich bot Angebote wie Heilgarten, Blumenhalle, Küchengarten, eine NABU Oase an.

Bei „ Lernen & Entdecken „ ging es um eine Insektenoase, Reptilienburg, Barfußpfad und einem Zeitreise – Kiosk. Unter Architektur & Bauwerk fand man den legendären Waldtempel, das Knüppelhaus oder den Brunnentempel. Im Bühnenbereich fand ich die Sparkassen Bühne, den Pavillon der Regionen oder auch die Möbel Heinrich Bühne, der Hauptsponsor, auf dessen Bühne dann um 14 Uhr auch der Eröffnungs – Festakt stattfand. Im Gastronomiebereich tischte dann die FoodMafia auf oder eine Weinbar ludt zum Verweilen ein. Schließlich gab es noch den Souvenirbereich, der Name sagt alles. Insgesamt über 60 sehenswerte Anlaufstellen, wenn man mal die Toiletten, Wickelraum u.ä. Lokalitäten nicht mitrechnet, wobei Toiletten auch ein wichtiger Anlaufpunkt sind.

Das Gelände war auch nicht nach diesen Bereichen aufgeteilt, sondern in vielen Geländeteilen gab es natürlich gemischte Verweilaktivitäten. Bevor ich näher zum Gelände komme, erst einmal ein paar Fakten zum Gelände. Nach einer Bewerbung 2021 erhielt Ban Nenndorf am 25.01.2022, also noch in der Coronazeit, den Zuschlag als Veranstaltungsort für eine LAGA. Dabei wurde der bereits vorhandene Kur- und Landschaftspark entsprechend aufgearbeitet und erweitert, heisst konkret: Die Erlebniswiese und der Wiesenpark kamen dazu. Die Liegehalle wurde saniert, ein neuer Teich angelegt und der Bereich rund um den 100m langen Steg durch die Süntelbuchenallee wurden ausgebaut. Neue Bauwerke und Erlebnisorte sind dazugekommen, 6000qm Wege wurden saniert.

Grüne Lokalität
Andere grüne Lokalität
Wieder eine andere Lokalität im Grünen

Dazu wurden rund 38.000 Stauden, Gräser und Farne, dazu 175.000 Zwiebelgewächse, 56.800 Frühjahrsblütler und 23.500 Sommerblütler gepflanzt. Dazu kamen rund 1700 Sträucher und 450 Bäume. Die armen Mitarbeiter, die die Anzahl der Zwiebelgewächse und Blütler bei Lieferung nachzählen mußten. Denn in Bürokratiedeutschland gilt ja: Vertrauen ist gut, Kontrolle besser. Man stelle sich vor, es werden nur 170.000 Zwiebelgewächse geliefert ? Natürlich wurde noch in vielen anderen Bereichen gebaut, erstellt, verbessert usw. Das schauen Sie sich bei einem Besuch einfach selber an.

Spüren sie den unverwechselbaren Blütenduft ?
Nein, dann gehen Sie mal näher ran !
NÄHER RAN sonst riechen Sie nix
Ein Blumenmeer
Noch ein Meer
Und das 3. Mehr an Meer

Hier noch ein paar nackte Zahlen für Statiker, äh Statistiker: Das Projekt hat rund 39 Mio. Euro gekostet, davon trägt die Stadt 13 Mio. Euro. Rund 48 Hektar groß ist das gesamte Gelände. Ein Wert, der noch interessant werden wird: Der maximale Höhenunterschied auf dem Gelände sind 54m. Die Stadt Bad Nenndorf hat rund 11.000 Einwohner (die Samtgemeinde 18.000 Einwohner), rund 20.000 Dauerkarten sollen bis zum Start verkauft worden sein. Und die letzte Zahl: Insgesamt werden rund 600.000 Besucher erwartet. Ganz zur Freude der Pressechefin habe ich hiermit Genüge getan und die 10 Seiten Presseinfos durchgearbeitet und informativ kurz aufgearbeitet.

Jetzt zurück zu meinen Erlebnissen und Eindrücken auf dem Gelände. Ich gehe da immer etwas unkoordiniert vor. Ich benötige den Lageplan um sozusagen aus dem Gelände raus zu finden, doch zu Beginn gehe ich einfach drauflos. Und schon nach wenigen 100m sehe ich eine gut gedeckte Kaffeetafel mit so 3 Tischen und eine illustre Gesellschaft sitzend vor: Kuchen, Kaffee, Geschirr, Schampus, alles war da. Doch als ich näher kam, waren sämtliche Personen gar nicht echt. Ich konnte mir da gar nichts vorstellen. Später entdeckte ich auf dem gesamten Gelände dargestellte Menschen in vielen natürlichen Situationen. Mir wurde dann erklärt, das sei eine Art Ausstellung der Alltagsmenschen.

Die Alltagsmenschen an der Kaffeetafel
Die Alltagsmenschen beim Ausruhen
Ein Alltagsmensch beim Posieren

Ich kannte das nicht und die KI erklärt das so (man darf sich ja helfen lassen): Die „ Alltagsmenschen „ ist/sind Ausstellungen von Laura und Christel Lechner und 2026 an mehreren Standorten zu sehen, darunter Hauptausstellungen in Wiedenbrück, Bad Nenndorf und Valkenburg/Niederlande. Die Betonfiguren zeigen lebensnahe Szenen im öffentlichen Raum. Alleine auf der LAGA sollen 42 Skulpturen an 13 versch. Plätzen installiert sein. Diese werden/wurden allesamt in einem Atelier Lechnerhof - der Heimat aller Alltagsmenschen – gefertigt. Seit 2004 wird an den Alltagsmenschen gearbeitet.

Nachdem ich mich also an der Kaffeetafel gestärkt hatte, machte ich mich auf den Weg durch das große LAGA – Gelände. Für die bevorstehenden Sommermonate kann ich jetzt schon sagen: Viele Bereiche sind im Schatten oder in Waldbereichen gelegen, so daß kaum die Gefahr eines Sonnenbrandes besteht, in frischeren Zeiten wie diesen war eine Jacke trotz Sonne unerläßlich. Auf dem gesamten Gelände waren diverse Flächen großzügig mit Sitz- und Liegegelegenheiten ausgestattet, dazu hier und da riesige Holzbänke zum Verweilen, teilweise mit schöner Aussicht über freies Gelände und von erhöhten Punkten. Allerdings sind manche Bereiche so angelegt, das nur ein Weg hin- und zurück führt, also kein Rundgang gemacht werden kann.

Ausruhen zu zweit
Ausruhen für mehrere
Ausruhen für alle

Die zu Beginn genannten Höhenunterschiede haben mir zusehens zu schaffen gemacht, ich glaube ältere Personen, womöglich mit Rollator oder nicht so gut zu Fuß, werden Probleme bekommen. Ein Verlaufen auf dem Gelände ist kaum möglich, denn überall befinden sich Wegweiser mit Beschreibungen, genauso wie an den einzelnen Schauplätzen, wo erklärende Tafeln darauf hinweisen. Mein Vorteil am ersten Tag war natürlich, das es recht entspannt war, aber wer das Gelände an einem Tag wirklich so gut wie komplett mit Pausen zum Sightseeing, Essen, Trinken, Ausruhen und Fotografieren nutzen will sollte einen kompletten Tag einplanen oder wenn möglich mehr als einmal die LAGA besuchen.

Natürlich wachsen und blühen je nach Jahreszeit unterschiedliche Blumen und auch Pflanzen. Hier und da konnte ich noch Freiflächen offensichtlich letzter Bepflanzungen sehen, die Blumenpracht war eher einseitig, üblich in der Aprilzeit waren mehrheitlich Tulpen zu sehen. Schon deshalb lohnt es sich, die Ausstellung mehrfach über das Jahr verteilt zu besuchen. Denn neben der sich ändernden Blütenpracht finden das ganze halbe Jahr über immer wieder wechselnde Sonderveranstaltungen statt.

Einfach mal so ein Schnappschuss
Der Haupteingang - Teilansicht
Milchbar so früh noch geschlossen - Kuh schläft noch

Besuchen Sie einfach die Webseite des Veranstalters: https://www.landesgartenschau-badnenndorf.de/ . Hier finden Sie alle Informationen und können gleich online ihr passendes Ticket buchen. Ich habe mich mit einigen einheimischen Bürgern auf dem Ausstellungsgelände unterhalten. Die meisten, die aus Bad Nenndorf stammen, haben sich eine Dauerkarte gekauft und beabsichtigen, bei schönen Sommertagen es sich auf dem Gelände bequem zu machen, die Sonne zu genießen, zu lesen, sich zu unterhalten, whatever. Auch das darf man.

Und auch ich darf jetzt was, nämlich mich zu verabschieden. Ich finde mehr als 3 Seiten liest ja sowieso keiner, deshalb habe ich noch ein großzügiges Kontigent an Fotos beigefügt, die ihnen einen ersten und zweiten Eindruck geben. Die Fotos habe ich nach Kategorien geordnet. So bin ich. Hier noch eine Kurzmeldung. Gleich am ersten Wochenende dem 3. Mai hat sich ein Grafiti - Sprayer Zutritt zum Gelände verschafft und Schaden durch Sprays angerichtet. Er wurde aber gefaßt und ich finde, die gerechte Strafe wären 500 Sozialstunden auf dem Gelände, da ist immer was zu tun, oder ?

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