Samstag, 04.07.2026 01:04 Uhr

Wenn’s den Dampfkochtopf an die Decke jagt

Verantwortlicher Autor: Ronaldo Goldberger Zürich, 03.07.2026, 15:04 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Politik +++ Bericht 282x gelesen

Zürich [ENA] Alle wissen oder ahnen es, manche ducken sich weg, etliche machen die Faust im Sack: Wenn ein in unseren Breitengraden eher ungewöhnlich brutales Attentat geschieht, fragt man sich gleich, woher der Angreifer stammt. Viele spekulieren, die Mörder oder Amoktäter entstammten höchstwahrscheinlich… – und hernach kommt das verlegene Stottern bis zum gähnenden Abwinken, dies dürfe man ja wohl nicht (mehr) sagen!

Wenn tausendfach durchgespielt, wirkt die – politisch anbefohlene – nervöse Weigerung polizeilicher Ermittlungsbehörden, die nationale Herkunft jener Barbaren zu enthüllen, die das Leben unschuldiger Zivilisten auslöschen, mehr als stümperhaft. Eher schon gerät der Medienkonsument in den Strudel einer zum Wissen verdichteten „Wahrhaftigkeit“: Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit dürften (wiederum?) vom Aussehen her orientalische Typen am Werk gewesen sein…

Es mutet wie eine fehlgedrechselte Geheimbündelei an, wenn übereifrig loyal sich verhaltende Staatsdiener dem Volk wesentliche Fakten vorenthalten. Wollte man ursprünglich verhindern, dass „rassistisch“ unterlegte Gerüchte mit Allgemeinplätzen über die Täterschaft auftauchen, hat man mit der Verweigerungshaltung, Ross und Reiter beim Namen zu nennen, genau das Gegenteil bewirkt.

Anstatt zu beweisen, dass im konkreten Fall durchgeknallte Einheimische an einem Anschlag mit gezückten Messern oder an Mordfahrten in eine Menschenmenge hinein beteiligt waren, verwedelt man durch das Vorenthalten der Angabe, über welche nationale Abstammung der oder die Täter verfügen, in grobfahrlässiger Weise justament das ursprünglich edelmütige Vorhaben, keinerlei Vorurteile gegen bestimmte, vor allem dunkelhäutige Ausländer zu schüren.

Politisch gesteuerte Verschwiegenheit besagter „korrekter“ Art hat im Verlaufe von Jahrzehnten genau zum Gegenteil geführt: Jegliche Intransparenz und Beisshemmung bei der Nennung von Nationalitäten fördert bei den Nutzern staatlicher Verlautbarungsorgane geradewegs die hemmungslose und augenblickliche Annahme, die Täter einer gewissen Spezies – nennen wir sie vereinfachend einfach mal „Orientalen“ – hätten erneut und immer wieder eine blutige Spur gezogen. Wie eben erst in der niedersächsischen Stadt Stade unweit Hamburgs geschehen, wo ein 45-jähriger Deutscher mit türkischen Wurzeln aus Hannover sämtliche sechs Angestellten einer Jugendschutzeinrichtung ermordete und weitere Leute zum Teil schwer verletzte.

Handelt es sich wiederum um einen der unzähligen „Einzelfälle“, die auf psychische Krankheiten zurückzuführen sind? Konkret geht es in Stade um das Sorgerecht eines dreimonatigen Kindes. Wieso soll man, wenn jemand durchdreht, nicht seinen Hintergrund ausleuchten dürfen, zumal der menschliche Kollateralschaden dermassen unheilvoll ist? Hat die Zivilbevölkerung kein Anrecht darauf zu wissen, Täter welcher Garnitur auf welche Weise ihre persönlichen Probleme häufig dergestalt mörderisch „lösen“?

Gutgemeinte Vorsätze wie das Publikationsverbot ethnisch angeblich diskriminierender Statistiken zerschellen an der Alltagsrealität. Selbst ein als sicher ausgegebener Dampfkochtopf, in dessen Abzugsventil sich ein Gerstenkorn hartnäckig verfangen hat, kann – so vor Urzeiten selbst erlebt! – mit verheerenden Folgen an die Zimmerdecke geschleudert werden, wenn der Überdruck nicht rechtzeitig entweicht.

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