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Schaltet sich Deutschland ab?

Verantwortlicher Autor: D. Schwarz Berlin, 04.05.2023, 19:44 Uhr
Kommentar: +++ Politik +++ Bericht 17309x gelesen

Berlin [ENA] Viele Menschen in Deutschland fragen sich, wohin die Energiepolitik unserer aktuellen Regierung führt und wer sich diese Politik noch leisten kann. Die Bedenken gegen die sich zum Teil konträren Aktionen und Aussagen unserer Regierung werden lauter und mehr und mehr Menschen in Deutschland machen sich ernsthafte Sorgen um ihre Zukunft, wobei so mancher sogar um seine Existenz fürchtet.

Sind diese Bedenken reine Schwarzseherei oder sind sie, zumindest teilweise, berechtigt? Bei den zum Teil sehr überraschenden Aussagen der Mitglieder unserer aktuell regierenden Parteien muss man sich schon fragen, über wieviel Kompetenz die aktuelle Regierung wirklich verfügt. Dazu ein paar Beispiele. Unsere Außenministerin Annalena Baerbock hat die kühne Behauptung aufgestellt, dass die Kühltruhen in Supermärkten und Rechenzentren als Energieerzeuger dienen, das im Netz Strom gespeichert wird und man Kühlungen einfach mal anpassen kann, um Energie ins Netz zurückzuführen.

Katrin Göring-Eckardt verkündete bei Anne Will im Brustton der Überzeugung, dass Windräder sich nicht drehen können, weil Netze durch Atomstrom quasi überlastet und verstopft seien. Unser Wirtschaftsminister Robert Habeck ist der Meinung, da bei Nacht keine Solarenergie erzeugt werden kann, mehr Windräder die Lösung seien. Grundsätzlich ist das nicht falsch, hilft aber bei Windstille auch nicht wirklich weiter.

Diese Energieexperten treiben nun den Atomausstieg mit einer Vehemenz voran, dass einem Angst und Bang werden kann, wobei die Grundlagen auf denen der Atomausstieg beschlossen wurde inzwischen nicht mehr vorhanden sind. Zur Erinnerung: als der Atomausstieg beschlossen wurde, war die Energieversorgung Deutschlands durch verschiedene Energieformen abgesichert. Zum Einen waren zu der Zeit noch etliche Kohlekraftwerke in Betrieb und zum Anderen bezogen wir günstig Erdgas aus Russland. Unsere Kohlekraftwerke werden nach und nach abgeschaltet und Erdgas aus Russland gibt es nicht mehr.

Dies bedeutet, dass die Grundversorgung mit Energie in Deutschland deutlich schlechter ist, als zum Zeitpunkt des Beschlusses zum Atomausstieg. Trotzdem wurden die Kernkraftwerke komplett abgeschaltet, was mit großer Sicherheit zu einer Verknappung von Energie führt. Nun ist es ein marktwirtschaftliches Gesetz, dass die Verknappung eines Guts, in diesem Fall Energie, zu einer Verteuerung dieses Guts führt. Wer für diese höheren Energiepreise die Rechnung bezahlt, dürfte auch jedem klar sein. Es sind zum Einen die Verbraucher direkt und zum Anderen die Steuerzahler indirekt über die vom Staat getragenen Unterstützungszahlungen und Subventionen.

Im restlichen Europa wundert man sich nur noch über dieses nahezu kopflose Festhalten an der ideologisch getriebenen Energiepolitik Deutschlands. Frankreich baut weiterhin Atomkraftwerke, in Finnland ging das modernste und sicherste Atomkraftwerk der Welt in Betrieb, Polen plant den Bau neuer Atomkraftwerke, Schweden ist aus dem Atomausstieg ausgestiegen und plant ebenfalls neue Atomkraftwerke und Italien, das schon komplett aus der Atomenergie ausgestiegen war, kehrt zur Atompolitik zurück und plant nun ebenfalls den Bau neuer Atomkraftwerke.

Wir in Deutschland hingegen berauben uns dieser Möglichkeit, indem wir die bis dato sichersten Atomkraftwerke der Welt abgeschaltet haben. Gleichzeitig werden aber Beschlüsse gefaßt, die den Energieverbrauch in Deutschland auf neue Spitzenwerte in die Höhe treiben. Unsere Regierung verbietet Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren und setzt auf Elektromobilität. Sie verbietet Heizen mit fossilen Brennstoffen und schreibt elektrisch betriebene Wärmepumpen vor. Gleichzeitig sollen alle Kohlekraftwerke ebenfalls außer Betrieb gestellt werden. Die Frage die sich dabei stellt ist ganz einfach. Wo soll die Energie, die für alle diese Maßnamen notwendig ist, herkommen, wenn alle Atom-, Kohle- und Gaskraftwerke abgeschaltet werden?

Die Lösung soll über den großen Ozean kommen. In den Vereinigten Staaten wird Erdgas mit der sogenannten Fracking-Methode aus der Erde gepresst, was an sich schon keine umweltfreundliche Fördermethode ist. Danach wird das Gas mit großem Energieaufwand verflüssigt (LNG) und mit riesigen Tankschiffen, die zu den größten Umweltverschmutzern überhaupt zählen, nach Europa transportiert. In Deutschland werden sogenannte LNG-Terminals aus dem Boden gestampft, um das Gas aufzunehmen, wieder in Gasform umzuwandeln und zu verteilen. Das sind aber Maßnahmen, die erst in der Zukunft greifen werden, wenn überhaupt. Daher bleibt die große Frage bestehen: Schaltet sich Deutschland ab?

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