Donnerstag, 17.09.2026 22:04 Uhr

Mit dem Rücken zur Wand

Verantwortlicher Autor: Rainer K. Kämpf Berlin, 17.09.2026, 17:47 Uhr
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Berlin [ENA] Verfolgt und in die Enge getrieben, so wird erwogen, könne der CDU-Vorsitzende am kommenden Schicksalssonntag die Vertrauensfrage stellen. Nicht die nach Artikel 68 des Grundgesetzes, sondern zunächst, auf Sparflamme, dem Präsidium seiner Partei. Nun weiß man nicht, was dahintersteckt. Ein vorsichtiges Herantasten an die Realität oder eine Alibihandlung, um Aktionismus zu suggerieren

und die Partei, vor allem aber sich selbst, in der nicht mehr so wohligen Blase zu beschwichtigen. Ginge es nach dem Souverän, erübrigte sich dieser kafkaeske Unsinn, denn nötiges Vertrauen als Grundlage seines Jobs dürfte, egal aus welcher Richtung, schwer zu verorten sein. Das Problem liegt darin begründet, daß eben die Partei in der Rolle als Fraktion des Bundestages für Besetzung oder auch Fehlbesetzung verantwortlich zeichnet. Und schon sind sie drin – in der Zwickmühle. Selbst dem nibelungentreuesten Parteisoldaten kann nicht verborgen bleiben, daß man sich dazumal mit der zweiten Wahl keinen Gefallen getan hat, sondern einem Rohrkrepierer Vorschub geleistet.

In der wohl hintersinnigen Hoffnung, sich selbst ein warmes Plätzchen als Gefolgsmann zu sichern, wurde einem Trugbild gehuldigt. Jetzt lüftet sich der Schleier und Unruhe macht sich auf den Rängen breit. Die Tatsache, daß es für Land und Leute vollkommen nachrangig ist, ob das Präsidium der Partei Vertrauen ausspricht, sollte im Konrad-Adenauer-Haus angekommen sein. Verantwortungsbewußtes Handeln vorausgesetzt, müßte sich das Gremium darüber Gedanken machen, nicht noch die letzten Reste fragmentierten Vertrauens in die Partei selbst zu verspielen. Was der für die am folgenden Abend einberufenen Runde bleiben wird, ist lediglich, realitätsbezogen zu reagieren, um nicht den Weg in die unumkehrbare Bedeutungslosigkeit beschreiten zu müssen.

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