Mittwoch, 29.07.2026 10:47 Uhr

Artur Abramovych – jüdisches Aushängeschild der AfD

Verantwortlicher Autor: Ronaldo Goldberger Berlin, 29.07.2026, 07:42 Uhr
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Berlin [ENA] Von den rund 100'000 in der BR Deutschland wohnhaften jüdischen Bürgern wird angenommen, ihre Berührungsängste zur AfD seien unüberwindbar. Doch da Juden in Europa angesichts pausenloser Angriffe auf ihre Menschenwürde und auf ihre physische Unversehrtheit gehalten sind, sich auf vielfältige Weise mit dem wiedererstarkten Phänomen des grassierenden Judenhasses auseinanderzusetzen, gibt es unterdessen eine Annäherung.

Angesichts der leidvollen Umstände, die das jüdische Kollektiv – welches natürlich genau so vielfältig politisch orientiert ist wie die übliche Wählerschaft –, derzeit durchzustehen hat, sind höchst unterschiedliche Verhaltensweisen auszumachen, wie mit der sozialpolitisch unsicheren Situation in Deutschland adäquat umzugehen sei. Da gibt es zunächst den Typus des innerlich eher Geduckten, der primär seine Peiniger beschwichtigen möchte und ihnen zu beweisen trachtet, er sei nicht so veranlagt, wie man es ihm unterstellt. Weder charakterlich noch in der Ausübung seiner Tätigkeiten. Verhaltensauffälligkeiten, die angeprangert werden, seien schlicht ein Missverständnis oder überzeichnet.

Dann gibt es jene, die schlicht unterm Radar verbleiben und sich garantiert nichts anmerken lassen, sollte man sie beleidigen. In jeglicher Diskussion vermeiden sie tunlichst eine Stellungnahme zur Lage im Nahen Osten. Das international koordinierte Israel-Bashing lässt sie zwar zusammenzucken, doch die Vorstellung, sich als Jude immer wieder rechtfertigen zu müssen oder gar andere zur Verantwortung zu ziehen, weil sie den jüdischen Staat zwingen, aus schierem Überlebensdrang über Jahre hinweg an mehreren Fronten militärisch vorzugehen, ist ihnen zuwider.

Hernach gibt es die Angepassten, die mit den Wölfen heulen und der Meute nach dem Mund reden, um ihren eigenen Beliebtheitsgrad zu erhöhen. Man gehört dann zu den netten Hebräern, die man sich unter Umständen sogar als valable Nachbarn vorstellen könnte. Die Auffassung, man könne (oder müsse sogar) seine Umgebung gütig stimmen, ist nach wie vor tief in den Genen verankert, obschon der der Sehnsucht entsprungene Versuch so mancher Juden, unwidersprochen zur Gesellschaft dazuzugehören, innerhalb des deutsch-jüdischen Zusammenlebens über Generationen hinweg den Realitätstest mitnichten bestanden hat.

Wer sich als besonders humanistisch Gesinnter die Krone gesellschaftlicher Anerkennung aufsetzen möchte, heult mit der Masse, gibt ihr nicht nur recht, sondern befeuert sogar den antisemitischen Mob, es „den“ genozidalen Juden – und insbesondere den Zionisten unter ihnen – so richtig zu zeigen, zu welch elendem Gesindel sie gehörten. Blutrünstigkeit, Kindermord, Geldgier, Machtrausch und Sexsucht sind bloss die Vorworte dessen, wessen sie bezichtigt werden. Ach ja, Kolonisatoren und Landräuber seien sie sowieso, daher müsse man sie „zwischen dem Fluss und dem Meer“ loswerden, am besten von der Erde gänzlich vertilgen.

Schlussamente gibt es in dieser Grobaufstellung, die natürlich noch etliche Untergruppen umfasst, jene nicht allzu zahlreichen Frechdachse, die sich den zionistischen Traum nicht austreiben lassen, unerhört selbstbewusst sich hinstellen und den notorischen Judenverächtern nur schon deswegen eine lange Nase drehen, weil sie sich nicht mal dann weisungsgemäss schleunigst vom Acker machen, wenn man sie ultimativ hierzu auffordert.

Sie legen publizistisch die Finger in die Wunde, reden Klartext, bezichtigen die Politiker, ihre Aufgaben nicht zu machen, und weigern sich beharrlich, sich von Israel öffentlich loszusagen, um gesellschaftlich besser zu bestehen. Zudem nehmen sie die Gesellschaft in die Pflicht, sich wegzubewegen vom exklusiven Erinnerungskult an die in der Shoah ermordeten Juden, falls sie nicht willens seien, mit den lebendigen Juden konsequenterweise einen normalen Umgang zu pflegen und sie notfalls vor ihren Widersachern zu schützen, von denen sie zu Unrecht angegriffen werden.

Die Juden in der Alternative für Deutschland (JAfD), die sich 2018 vereinsmässig organisierten – mit Förderern zusammen zählen sie derzeit 85 Mitglieder –, gehören zu allem Verdruss für jene, die den Juden für einmal nicht Opportunismus, sondern Halsstarrigkeit vorwerfen, zu jener Kategorie von „Unpersonen“, die man fast schon als Nazis bezeichnen möchte. Da sie sich aus Sicht des jüdischen Mainstreams im eindeutig falschen Lager befinden, seien sie schlicht zu boykottieren.

Ob dies auch der politische Aktivist und Buchautor Artur Abramovych, 30-jähriger Präsident besagten Vereins, so empfindet? Ganz im Gegenteil, er verkörpere eine neue Generation junger Juden, die stolz zu ihrem Erbe stünden, nicht auf der Seitenlinie verharrten, wenn es um die Korrektur einer aus allen Fugen geratenen Gesellschaft ginge. Notfalls, wenn alle Stricke reissen, fasse man durchaus Israel als Lebensmittelpunkt ins Auge.

Aber in Deutschland fordere man seinen Platz an der Sonne und erhebe sogar die Forderung, muslimische Migranten, die ins Land geströmt sind (und zumeist dem Antisemitismus Vorschub leisteten), zuhauf in ihre Ursprungsländer zurückzuverfrachten. Drei Millionen solcher Menschen müssten remigriert werden, meint Abramovych im persönlichen Gespräch, ohne mit der Wimper zu zucken.

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