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Biomedizinische Forschung an der H-BRS wird weiter .....

Verantwortlicher Autor: Hochschule Bonn-Rhein-Sieg St. Augustin, 26.02.2024, 17:25 Uhr
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St. Augustin [ENA] An der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg arbeiten Biowissenschaftlerinnen und Biowissenschaftler daran, die Grundlagen von Krankheiten besser zu verstehen. Neue Analysegeräten erlauben der Hochschule nun, ihre biomedizinische Forschung auszuweiten und molekulare Zusammenhänge im Detail zu erforschen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die neue technische Ausstattung.

Neue Technik am Fachbereich Angewandte Naturwissenschaften der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg: Wissenschaftler der Hochschule haben vier neue Analysegeräte für die biomedizinische Forschung in Betrieb genommen. Die vier Geräte bilden zusammen die „Analyseplattform für molekulare Mechanismen und zelluläre Funktionen“ und haben ihren Platz in den Biologie-Laboren am Standort Rheinbach gefunden. Für die Wissenschaftler des Fachbereichs um Projektleiter Professor Jörn Oliver Sass eröffnet sich mit der Neuanschaffung die Möglichkeit, ihre biomedizinischen Forschungen auf denjenigen Gebieten erheblich auszuweiten, die sich als Schwerpunkte etabliert haben.

Dazu zählen etwa Forschungen zu Angeborenen Stoffwechselstörungen, Leukämien oder zu genetisch bedingten Störungen von Ionenkanälen, die mit Symptomen oder Krankheiten wie Bluthochdruck, Mukoviszidose und Herzrhythmusstörungen in Verbindung stehen können. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die Anschaffung der Analysegeräte und Personalkosten mit rund einer Million Euro. Die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg hatte sich um eine Förderung beworben und konnte mit ihrem Vorhaben überzeugen. Sie ist eine von fünfzehn Hochschulen für Angewandte Wissenschaften bundesweit, die von der DFG ausgewählt wurden. Beworben hatten sich 71 Hochschulen.

Die Förderung dient laut DFG dazu, erkenntnisorientierte Forschung gezielt zu ergänzen und auszubauen. „Die Analyseplattform verbessert unsere wissenschaftliche Infrastruktur nachhaltig und liefert eine gute Grundlage für laufende und künftige Forschungsprojekte, auch unter Einbindung von Doktoranden und anderen Studierenden“, freut sich der Biochemiker Professor Sass auf neue Möglichkeiten für kooperatives Forschen. Die neue Analyseplattform setzt sich aus vier Komponenten zusammen, die Messungen erlauben, die den Forscherinnen und Forschern der H-BRS in dieser Form bisher nicht möglich waren.

Auch im Hinblick auf die Quantität – die Anzahl der gleichzeitig möglichen Untersuchungen – bedeuten die neuen Geräte einen erheblichen Mehrwert. Ein Bindungsanalysegerät auf der Basis der Microscale-Thermophorese soll Untersuchungen von molekularen Bindungsprozessen ermöglichen, einem Spezialgebiet von Professor Matthias Preller, und zwar sowohl von Biomolekülen miteinander, aber auch von Wirkstoffkandidaten. Ein Vorteil des Geräts ist, dass sehr kleine Eiweißmengen für die Untersuchungen ausreichen. Ein weiteres Gerät ermöglicht Studien zur Enzymkinetik, aber auch bildgebende Untersuchungen an humanen Zelllinien und an Fadenwürmern, die als wirbelloses Tiermodell dienen.

Dies sind Themen, die besonders Professor Sass interessieren. Ein Vorteil hier: Durch den Einsatz von Fluoreszenz- und Lumineszenz-Messungen können radioaktive Markierungen ersetzt werden. Das dritte Gerät, ein automatisiertes Patch-Clamp-System, soll insbesondere eine umfassende Charakterisierung der Funktion von Ionenkanälen in Säugetierzellen ermöglichen. Diese Untersuchungen sind wichtig, um zum Beispiel den Wasser- und Salzhaushalt des Körpers und damit zusammenhängende Krankheiten besser zu verstehen. Das bessere Verständnis wiederum bereitet die Bahn für neue Medikamente.

Die Ionenkanäle – sie spielen bei vielen physiologischen Prozessen im menschlichen Körper eine wichtige Rolle – sind ein Spezialgebiet von Professor Mike Althaus, der zusammen mit seinen Rheinbacher Professorenkollegen Jörn Oliver Sass und Matthias Preller den erfolgreichen Antrag an die DFG ausgearbeitet hat. Gerät Nummer vier ist für hochauflösende Aktivitätsmessungen an Membrantransportern wichtig. Seine Stärke liegt darin, dass es auch kleinste elektrische Ströme erfassen kann, die mit herkömmlichen Methoden kaum zugänglich sind. Die Biowissenschaftler sind zuversichtlich, mit seiner Hilfe die Hintergründe von Krankheiten entschlüsseln zu können, die auf Genvarianten in diesen Membrantransportern zurückgehen.

Die Förderung der Analyseplattform durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft ist für zunächst drei Jahre ausgelegt, mit der Option auf eine Verlängerung um zwei weitere Jahre. Die zugesagten Gelder haben auch die Einstellung eines technischen Mitarbeiters ermöglicht, der die Geräte betreut und ihre Nutzung koordiniert. Wie groß das Interesse der Hochschule an einer langfristigen Nutzung der neuen Technik ist, zeigt sich daran, dass sie aus eigenen Mitteln wissenschaftliche Hilfskräfte finanziert und eine Stelle für wissenschaftliche Mitarbeit in Aussicht gestellt hat.

Professor Sass und seine Fachbereichs-Kollegen setzen die neuen Geräte bereits für ihre Forschungsprojekte ein. Sie denken aber auch über ihre aktuelle Arbeit hinaus. Das neue Equipment soll auch anderen Arbeitsgruppen ihres Fachbereiches und des Instituts für funktionale Gen-Analytik der Hochschule zur Verfügung stehen. Fest steht für die Biowissenschaftler darüber hinaus, dass die neue Technik den Weg ebnen wird für vermehrte Kooperationen mit Forschern und Kliniken aus dem In- und Ausland.

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