Samstag, 09.05.2026 22:02 Uhr

Zehntes Gold für deutsche Para-Equipe

Verantwortlicher Autor: Pressebüro Binder Mannheim, 09.05.2026, 20:43 Uhr
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Mannheim [Pressebüro Binder] „Ich bin in erster Linie total stolz auf die Leistung, die die Mädels hier abgeliefert haben“, erklärte die Bundestrainerin der deutschen Para-Dressurreiter, Silke Fütterer-Sommer, nach dem Sieg ihres Teams im Nationenpreis von Mannheim. „Und das macht natürlich Vorfreude auf das, was auf uns zukommt dieses Jahr: die Weltmeisterschaft in Aachen.“ Zum zwölften Mal wurde der Nationenpreis der Para-Dressurreiter

n Mannheim präsentiert von Lotto Baden-Württemberg ausgetragen, zum zehnten Mal feierte die deutsche Mannschaft ihren Sieg. Platz zwei in der Nationenwertung ging an die Equipe aus Italien, Dritte wurde Finnland. Zum siegreichen Team gehörten Regine Mispelkamp auf Highlander Delight’s, Melanie Wienand auf Lemony’s Loverboy, Heidemarie Dresing auf Poesie und Martina Benzinger auf Imperia. Drei der Mannheimer Gold-Damen gehörten im vergangenen Jahr zur Equipe, die das historische, weil erste EM-Gold gewann. Hinzu kam Martina Benzinger, die auch schon EM-Erfahrung in den Jahren zuvor gesammelt hatte.

Einen besonderen Erfolg feierte die amtierende Dreifach-Europameisterin der Grade-II-Para- Dressurreiter, Heidemarie Dresing, in Mannheim: Mit ihrer elfjährigen Stute Poesie stellte die 70- Jährige eine neue persönliche Bestmarke auf – 78,556 Prozent im Grand Prix Test B. „Poesie hat auch so ihre Eigenarten“, erklärt Dresing. „Sie ist hochsensibel und hochintelligent, aber wir sind inzwischen sehr gut zusammengewachsen. Heute kam ich tatsächlich noch besser zum Reiten als in der ersten Prüfung hier in Mannheim. Ich war mit dem Ritt sehr zufrieden. Meine Stute war insgesamt entspannter.“

Mannheim ist eins von fünf Sichtungsturnieren für die deutschen Para-Dressurreiter mit Blick auf die WM in Aachen – ein besonders wichtiges Sichtungsturnier, erklärte die Bundestrainerin. „Wenn wir sonst auf Para-Turniere fahren, sind das reine Para-Turniere, praktisch ohne Publikum. Aber auf Championaten werden wir dann auch mit Trubel konfrontiert, deswegen ist es für uns so wichtig, testen zu können, wie die Paare mit dieser Kulisse und den Zuschauern in Mannheim umgehen.“ Sie nehme aus Mannheim wichtige Erkenntnisse mit, die im August zur Findung des WM-Teams beitragen werden.

Seit 2003 gehören die Para-Dressurreiter zum Programm in der Quadratestadt, seit 2014 mit der Nationenpreiswertung. „Sie gehören einfach zu unserem Turnier dazu!“, betont Dr. Christiane Berger- Kühn, die stellvertretende Vorsitzende des Reiter-Verein Mannheim. „Als wir mit den Parasport- Prüfungen begonnen haben, mussten wir selbst erst in den Sport hineinwachsen. Das ist uns gelungen, und jedes Jahr versuchen wir, die Bedingungen noch mehr zu optimieren. Ich habe unheimliche Hochachtung vor den Leistungen, mit denen uns die Paras immer wieder begeistern und freue mich jetzt schon auf das nächste Jahr.“

„Mannheim ist wirklich ein sehr schönes Turnier, aber es ist auch nicht ganz einfach, rund um das Viereck ist oft etwas Unruhe. Da kann ich nie sicher sein, wie meine Stute reagiert. Deshalb war ich heute megastolz auf mein Pferd. Und ich liebe Mannheim, weil es ein Inklusionsturnier ist. Das ist einfach toll.“ „Mannheim ist für mich immer emotional. Hier habe ich meine erste internationale Prüfung vor vier Jahren gewonnen und zum ersten Mal bei der Ehrung die Nationalhymne gehört. Es ist einfach immer schön hier – auch mit den Reitern der anderen Disziplinen zusammen. Mannheim ist ein bisschen wie mein Wohnzimmer, mein Zuhause.

Und ich glaube, in meinen Prüfungen mit Lemony’s Loverboy konnte ich dieses Jahr Kontinuität zeigen, ein solider Grundstock, auf den man aufbauen kann.“ „Ich hatte zwei Pferde mit in Mannheim. Mein Nachwuchspferd Top Chance ist neun und hat hier sehr viel gelernt. Er ist wie ein scheues Reh, aber nimmt, denke ich, sehr viel Erfahrung mit aus Mannheim. Und mein Championats-bewährter Highlander Delight’s ist jetzt das sechste Mal hier auf dem Maimarkt-Turnier und hat heute bei dem ganzen Trubel wirklich super zugehört, so dass wir eine souveräne Runde drehen konnten.“

„Imperia, die ich hier reiten darf, gehört auch Regine Mispelkamp, so hat Regine eigentlich drei Pferde dabei (lacht). Ich reite die Stute erst seit wenigen Wochen, und sie ist gerade mal sechs Jahre. Sie wird von Mal zu Mal besser, das freut mich unheimlich. Mannheim war erst unser zweites internationales Turnier, und ich war sehr zufrieden mit ihr – mit mir noch nicht so, aber daran lässt sich arbeiten.“ Das war der Tag der Barbara Schnieper beim Maimarkt-Turnier in Mannheim. Zuerst gewann die Schweizerin den Speed-Cup des Reiter-Verein Mannheim im Sattel der 16-jährigen Judy KM.

Vier Stunden später sicherte sie sich mit den 14-jährigen Toronto Raptor auch den Sieg im 1,50-Meter- Weltranglistenspringen um den Preis von Diringer & Scheidel. „Ich hätte nicht gedacht, dass mein Ritt am Ende den Sieg bedeutet“, strahlt die 44-Jährige nach Mannheim-Sieg Nummer zwei. „Ich habe Toronto Raptor jetzt ungefähr fünf Jahre und weiß, dass er recht schnell ist und gut springt.“ Und nach einer kurzen Pause fügt sie lachend an: „Ein Totilas-Sohn eben.“ Mit einem Spitzenspringpferd, von einem Spitzendressurhengst, abstammend, gewinnt man nicht alle Tage das Hauptspringen des Tages auf einem internationalen Drei-Sterne-Springturnier. Das Maimarkt-Turnier macht’s möglich!

Der zweite Platz ging an Michael Jung und die erst neunjährige Eclaire Z. Wie Schnieper und Toronto blieben auch diese Beiden fehlerfrei, waren aber mit 69,50 Sekunden 42 Hundertstel langsamer als das Siegerpaar. Dritter wurde Armin Schäfer auf Kjandor van Overis Z. Neben ihren beiden Siegpferden des Maimarkt-Montag hat Barbara Schnieper noch ein drittes Ass dabei: die zehnjährige Licolle, die sie am Sonntag im Nationenpreis geritten hatet. „Licolle hat noch nicht so viel Erfahrung in schweren Springen, aber sie springt sehr gut“, betonte Schnieper. Die Stute sei zwar kein besonders schnelles Pferd, „das macht aber nichts, dafür reite ich gerne schnell“, lachte sie. Das gleicht sich aus.

Mit Licolle wird Schnieper morgen in der Badenia – Großer Preis der MVV Energie AG noch mal angreifen. „Ich hoffe, ich kann ein bisschen Energie aus den beiden Siegen heute mit in die Badenia nehmen“, erklärte sie und grinste voller Vorfreude. Der abschließende Höhepunkt des 62. Maimarkt-Turniers, die Badenia, beginnt am Dienstag um 14.30 Uhr im MVV-Reitstadion.

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