Jakobuspilgerfreunde erleben die Seele des Eltener Berges
Emmerich-Elten [ENA] Die Jakobuspilgerfreunde aus Bocholt machten sich am Wochenende auf den Weg nach Hoch Elten – und fanden dort weit mehr als ein historisches Ausflugsziel. Sie fanden einen Ort, der atmet. Einen Berg, der Geschichten erzählt. Einen Wald, der Menschen zur Ruhe kommen lässt.
Schon zu Beginn öffnete sich vor der Gruppe der Blick in den 57 Meter tiefen Drususbrunnen, verborgen zwischen Stiftskirche und alten Mauern. Der Schacht, der einst das Damenstift, die Burg und später die Bewohner des Eltener Berges mit Wasser versorgte, wirkt wie ein Fenster in eine andere Zeit. Der Wasserspiegel liegt auf 21,5 Metern über dem Meeresspiegel und doch scheint er unendlich weit entfernt, wenn man in die Tiefe blickt.
Lange hielt man den Brunnen für ein Werk des römischen Feldherrn Drusus. Heute weiß man: Graf Wichmann ließ ihn um 950 n. Chr. errichten. Ein Bauwerk, das seit über tausend Jahren standhält und dessen Aura man spürt, sobald man davorsteht. Die „Brunnengeister“ machten den Besuch zu einem Erlebnis voller Herz und Leidenschaft. Sie erzählten von Legenden, von harter Arbeit, von der Bedeutung des Wassers für das Leben auf dem Berg. Und wenn es die Besucherzahl zulässt, lassen sie einen Eimer Wasser hinab ein Moment, in dem alle den Atem anhalten. Sekunden werden zu einer kleinen Ewigkeit, bis der Aufprall in der Tiefe hörbar wird. Ein Gänsehautmoment, der die Stille des Ortes noch intensiver macht.
Nach der Brunnenbesichtigung führte der Weg in die Kirche St. Vitus, wo die Pilger*innen der eindrucksvollen Statue des Heiligen Maclovius von Aleth begegneten Schutzheiliger gegen Lähmungen, Gicht, Nervenleiden und Kinderkrankheiten. Eine Figur, die Trost spendet und deren stille Präsenz den Kirchenraum erfüllt. Wer die Kirche verlässt, begegnet zwei weiteren Zeugen der Geschichte: der Madonna auf einer hohen Steinsäule, die wie eine himmlische Wächterin über dem Plateau steht, und dem steinernen Sessel dem „Sibyllensitz“, einen rätselhaftesten Elemente des Eltener Berges. Wer dort Platz nimmt, blickt durch zwei steinerne Säulen hinunter nach Kleve eine Sichtachse, die Menschen innehalten lässt.
Der Weg der Pilger*innen führte weiter in die Waldlandschaft des Eltener Berges. Dort, wo hohe Buchen wie Kathedralen wirken, wo Lichtflecken über den Boden tanzen und der Wind leise durch die Kronen streicht. Der Duft von feuchtem Moos, das Knacken der Äste, das weite Schweigen zwischen den Bäumen all das begleitete die Gruppe auf ihrem Weg. Immer wieder öffneten sich die Pfade zu weiten Ausblicken über die Rheinniederungen, bis hin nach Kleve. Momente, die man nicht fotografieren muss, weil sie sich im Herzen festsetzen.
Zum Abschluss kehrten die Jakobuspilgerfreunde im Pannekoekhuys ein, hoch oben auf dem rund 80 Meter hohen Eltener Berg. Das Restaurant, liebevoll dekoriert mit kleinen Stofffiguren, empfing die Gruppe mit Wärme und Schneewittchen begrüßte die Gäste an der Theke. Bei warmen Speisen, müden Füßen und erfüllten Gesichtern klang ein Tag aus, der Natur, Geschichte und Gemeinschaft auf eine Weise verband, die man nur schwer in Worte fassen kann und die doch jede Pilgerreise so wertvoll macht. Ein Reisebericht des Filmteams goldeck.tv – Reinhard Majchrzak




















































