DeltaPort: Chancen für Wirtschaft und Umwelt im Fokus
Wesel (Niederrhein) [ENA] Wesel, 13.10.2026. Die Weiterentwicklung von DeltaPort bietet wirtschaftliche Chancen, wirft aber auch Fragen zum Schutz von Natur und Landschaft auf. Bei einer Informationsveranstaltung erläuterten Vertreter aus Stadtverwaltung, Hafenwirtschaft und Wirtschaft die Perspektiven des Standorts.
In den Gesprächen wurden insbesondere der Flächenverbrauch, die Verkehrsbelastung und die regionale Wertschöpfung angesprochen. Das Veranstaltungsformat setzte auf persönlichen Austausch an Informationsständen. Bürgerinnen und Bürger konnten Fragen stellen und sich über Hafenbetrieb, Umweltbelange und das Planungsverfahren informieren. Die Veranstaltung ergänzte das reguläre Bauleitplanverfahren und dessen formelle Beteiligungsmöglichkeiten.
Kritische Stimmen zum Flächenverbrauch Im Gespräch wurde die Sorge geäußert, dass weitere Logistik- und Gewerbeansiedlungen zusätzliche Flächen versiegeln und Naturraum beanspruchen könnten. Ein Gesprächsteilnehmer kritisierte die bereits erfolgte Bebauung im Umfeld und verwies auf seine Erfahrungen bei der Kitzrettung. Damit rückte die Frage in den Mittelpunkt, wie wirtschaftliche Entwicklung und der Erhalt von Lebensräumen miteinander vereinbart werden können. Auch der Zusammenhang zwischen großem Flächenbedarf und dem tatsächlichen Nutzen für den Arbeitsmarkt wurde hinterfragt. Ein großes Logistiklager bedeute nicht automatisch eine entsprechend hohe Zahl an Arbeitsplätzen, wurde im Austausch angemerkt.
Die Diskussion machte deutlich, dass neben der Größe einer Ansiedlung auch die Art der Betriebe und ihre regionale Wertschöpfung betrachtet werden müssen. Weitere Fragen betrafen den zusätzlichen Lkw-Verkehr und die Belastbarkeit der zugrunde liegenden Untersuchungen. Die Stadt betonte, dass Verkehrserhebungen realistische Bedingungen abbilden müssten. Außergewöhnliche Situationen wie Niedrigwasser könnten Verkehrsströme verändern und müssten bei der Bewertung berücksichtigt werden.
Mehr Wertschöpfung in der Region Die Hafenentwicklung soll nach den erläuterten Vorstellungen über den reinen Warenumschlag hinausgehen. Angestrebt werden Betriebe und ergänzende Dienstleistungen, die Wertschöpfung vor Ort schaffen. Dabei wurden mehrere kleinere Ansiedlungen als mögliche Alternative zu einem einzelnen großen Flächennutzer angesprochen. Die IHK verwies ergänzend auf die Bedeutung der beruflichen Ausbildung und beschrieb die Logistikbranche hinsichtlich ihrer Ausbildungsmöglichkeiten als vergleichsweise gut aufgestellt. Konkrete Zahlen zu neuen Ausbildungsplätzen wurden nicht genannt.
Ein weiteres Ziel ist die bessere Verknüpfung von Binnenschiff, Bahn und Straße. Geeignete Umschlaganlagen und Gleisinfrastruktur sollen Möglichkeiten schaffen, Güterverkehr auf Wasser und Schiene zu verlagern und Lieferketten widerstandsfähiger zu machen. Die Gespräche zeigten, dass sich die Hafenentwicklung sowohl an ihrem wirtschaftlichen Nutzen als auch an ihren Auswirkungen auf Natur und Verkehr messen lassen muss. Der direkte Bürgerdialog bot Gelegenheit, diese Chancen und Konflikte offen anzusprechen.




















































