80 Jahre NRW: Münster feiert Demokratie und Vielfalt
Münster [ENA] Bei durchwachsenem Wetter feierten Hunderttausende Menschen in Münster den 80. Geburtstag Nordrhein-Westfalens. Mona Neubaur, André Kuper und Tilman Fuchs eröffneten das Bürgerfest. Ministerpräsident Hendrik Wüst suchte anschließend beim Rundgang aktiv den direkten Kontakt zu den zahlreichen Gästen.
Unter dem Motto „Demokratie lebt. Vielfalt verbindet.“ feierte Nordrhein-Westfalen in Münster seinen 80. Geburtstag. Mona Neubaur, Landtagspräsident André Kuper und Oberbürgermeister Tilman Fuchs eröffneten das Bürgerfest am Aasee. Neubaur warb für Zusammenhalt, Meinungsfreiheit und kulturelle Vielfalt. Hendrik Wüst suchte anschließend beim Rundgang das Gespräch mit den Gästen.
Auf elf Themenmeilen wurde die Vielfalt des Landes erlebbar. Feuerwehr und Rettungskräfte erklärten ihre Arbeit, während Kinder verschiedene Sportangebote ausprobierten. Die Juniortanzcompany Flics des TanzZentrums Hiltrup setzte unter Leitung von Sandra Landwehr mit synchronen Sprüngen einen farbenfrohen Akzent. Dabei verband das Fest Information, Bewegung und Kultur.
Vor dem Hintergrund von Anschlägen auf Großveranstaltungen – zuletzt beim Berliner CSD – stand die Sicherheit besonders im Blick. Für den NRW-Tag war ein Jahr lang ein umfassendes Konzept vorbereitet worden. Großräumige Absperrungen, sichtbare Polizeipräsenz und eng abgestimmte Feuerwehr-, Rettungs- und Ordnungsdienste gehörten dazu. Die Bilanz: drei sichere und ruhige Festtage ohne größere Einsätze oder Schadensfälle.
Den musikalischen Höhepunkt bildete das Sommerkonzert der Landesregierung vor dem illuminierten Schloss. Rund 7.000 Gäste erlebten die Philharmonie Südwestfalen unter Chefdirigent Ingmar Beck. Das Programm spannte den Bogen von Beethoven und Mozart bis zur Filmmusik aus „Game of Thrones“. Ministerpräsident Hendrik Wüst begrüßte das Publikum; der WDR übertrug den Konzertabend live.
Wie breit dieses Engagement aufgestellt war, zeigten beispielhaft die Landesarbeitsgemeinschaft der Inklusionsunternehmen NRW sowie die Präsentationen aus Dortmund und dem Ruhrgebiet. Die Inklusionsunternehmen schaffen Arbeitsplätze, an denen Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam tätig sind. Dortmund wiederum gab einen Ausblick auf die Internationale Gartenausstellung 2027, die erstmals eine ganze Region zur Bühne machen wird. Musik und kleine Darbietungen sorgten zwischen den Informationsständen zusätzlich für eine lebendige Atmosphäre.
Besonders eindrucksvoll zeigte sich die Vielfalt des Tanzes bei den gemeinsam ausgewählten Motiven. Die Residenz Münster e. V. verband klassischen Paartanz mit Rollstuhltanz zu einer gemeinsamen Vorführung. Einen internationalen Akzent setzte die ghanaisch-deutsche Soloperformance „Akwaaba – Welcome“ mit einem farbenprächtigen Kostüm und ausdrucksstarker Bewegung. Funky e. V., Europas größtes inklusives Tanzensemble aus Münster, brachte Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam auf die Bühne. Junge Tänzerinnen des TanzZentrums Hiltrup rundeten das Programm mit einer schwungvollen Ballettdarbietung ab.
Das dreitägige Programm des NRW-Tages zum 80-jährigen Landesjubiläum gestaltete sich vielseitig: Es reichte von Musik, Tanz und Sport über Wissenschaft und Vereinsarbeit bis zu politischen Gesprächen. Auch Eckart von Hirschhausen gehörte zu den prominenten Gästen, während Münsters Kiepenkerl für westfälische Tradition stand. Mehrere Hunderttausend Menschen aus dem ganzen Land feierten in der Innenstadt. Insgesamt verlief das Fest friedlich. Nach Angaben der Polizei gab es kaum Zwischenfälle; fünf Strafanzeigen wegen Beleidigung wurden aufgenommen. So endeten die Feierlichkeiten mit zum Teil überfüllten Straßen, wehenden Fahnen und Münster als herzlicher Gastgeberstadt.




















































