Dienstag, 29.09.2026 17:38 Uhr

Pussy Riot "Riot Days"

Verantwortlicher Autor: Wolfgang Weichert Stuttgart, 29.09.2026, 15:08 Uhr
Kommentar: +++ Kunst, Kultur und Musik +++ Bericht 350x gelesen
Pussy Riot Stuttgart Wagenhallen
Pussy Riot Stuttgart Wagenhallen  Bild: Wolfgang Weichert

Stuttgart [ENA] Pussy Riot bringen mit "Riot Days" die Erinnerungen von Mitbegründerin Maria Aljochina als multimediale Punk-Oper auf die Bühne. "Wir erzählen eine Geschichte über das, was in Russland im Laufe von zehn Jahren passiert ist", sagte Maria Aljochina, Mitbegründerin von Pussy Riot.

Eigentlich sollte dies hier nur ein Konzertbericht vom 28.09.26 werden, aber die Eindrücke an diesem Abend lassen es nicht zu. Erst die Lesung von Maria Aljochina aus ihrem zweiten Buch, die sehr nachdenklich gemacht hat. Dann heizten die Band Siffon und der Drummer Eric J. Breitenbach (New Age Doom) dem Publikum mächtig ein. EIn mächtiger Montagabend in den Stuttgarter Wagenhallen. Das Konzert von Pussy Riot ist sehr ansruchsvoll. Man hört zu, liest die englichen Übersetzungen an der Leinwand, versucht diese ins Deutsche zu übersetzen und versucht das Bühnengeschehen zu erfassen. Am Ende vom Konzert muss man sagen schön und anstrengend.

"Wir erzählen eine Geschichte über das, was in Russland im Laufe von zehn Jahren passiert ist", sagte Maria Aljochina, Mitbegründerin von Pussy Riot, aktuell in Abwesenheit zu 13 Jahren und 15 Tagen Haft in Russland verurteilt. "Der Bogen spannt sich von meiner ersten 'Pussy Riot'-Aktion bis zu meiner Flucht. Wir berichten darüber, was sich im Land abgespielt hat. Dabei geht es nicht nur um Russland, denn die Faschismus-Gefahr ist überall. Auch in Deutschland. Wir haben unsere ganze Seele in diese Show gelegt, vielleicht wird sie etwas verändern."

"Riot Days" soll aufrütteln, aufklären, poetisch, fröhlich, verzweifelt. Alina Petrova spricht von einem Lehrstück: "Das Musiktheater transportiert Emotionen, es reißt die Zuschauer mit und vielleicht erreichen wir dadurch den einen oder anderen. Vielleicht kommen die Menschen nach Hause und beginnen, sich Fragen zu stellen." Zumindest das Publikum in Stuttgart wurde aufgerüttelt und zum Nachdenken animiert.

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