Freitag, 31.07.2026 00:24 Uhr

Im Dreiländereck der Mosel

Verantwortlicher Autor: Karl J. Pfaff Schengen, 30.07.2026, 16:54 Uhr
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Schengen [ENA] Eine grüne Boje, ein grün umrankter Fluss und ein renoviertes Schiff sind die zentralen Merkmale für eine historische Stätte im Nachkriegseuropa. Wir befinden uns in Schengen, im Schnittpunkt des Dreiländerecks. Hier, inmitten der Mosel, verknüpfen sich Luxemburg, Deutschland und Frankreich. Der Moselgrenzraum ist ein Landstrich der Versöhnung und trägt diese einzigartige Geschichte in sich.

In diesem kleinen luxemburgischen Ort wurde am 14. Juni 1985 das Abkommen zur Beseitigung der innereuropäischen Grenzen weltberühmt. Dieses Abkommen führte zur Abschaffung der innergemeinschaftlichen Grenzkontrollen und symbolisiert die Idee eines grenzenlosen Europas. Dabei verzichtete jedes Land im gegenseitigen Vertrauen auf ein Teil seiner Souveränität. Dieses Völker verbindende Ereignis, die Vertragsunterzeichnung, fand auf dem Fahrgastschiff „Princesse Marie-Astrid“ statt. An Bord waren Vertreter Luxemburgs, Belgiens, der Niederlande, Frankreichs und Deutschlands, das durch Staatssekretär Dr. Schreckenberger vertreten war.

Chateau Schengen
Staatssekretär Schreckenberger unterzeichnet Dokument
Markstein in Schengen

In der Nähe des Europäischen Informationszentrums „Centre Européen“ erinnern drei Stahlstelen mit goldenen Sternen an dieses historische Ereignis. Seit 2010 ergänzt ein Stück der ehemaligen Berliner Mauer am Moselufer als Symbol für die Öffnung der Grenzen. Heute kann man stolz sagen: „Von hier aus kann ich an einem Tag mehrere fremde Länder besuchen!“ Die Infrastrukturen per Bahn, Flugzeug und ein dichtes, gut ausgebautes Autobahnnetz integrieren diese drei Nachbarländer hervorragend.

Ob Wander- und Naturerlebnisse, ob Genussmomente, ob kulturhistorische und geschichtsträchtige Stätten der jüngeren Vergangenheit, das Dreiländereck bietet rund um Schengen traumhafte Wanderwege wie z.B. „Schengen grenzenlos“, einen Premiumrundwanderweg, der durch das Naturschutzgebiet Stromberg führt. Wanderer genießen atemberaubende Ausblicke ins Moseltal, auf die Weinberge und die umliegenden Dörfer in Luxemburg, Frankreich und Deutschland. Und am Ufer der Mosel führt der Rundweg „Dreiländerweg” durch die drei Staaten.

Die Saarschleife bei Mettlach lockt mit toller Aussicht von Clöv und schattigem Radweg rund um den Saarbogen. Ganz versteckt im kühlen Schatten liegt die neue Lodge mit ihren Tiny-Häusern. In der Ortschaft Igel erinnert das Weltkulturerbe „Igeler Säule“ an die herrschaftlichen Mächte des Handels. Die Kombinationen sind vielfältig für ein dichtes und in seiner Art einzigartiges touristisches Angebot.

Saarschleife per Schiff
Weltkulturerbe Igeler Säule
Saarburg
Burgreste
Burganlage im Modell
Chateau de Sierck

Die 2013 ins Leben gerufene französische Moselweinstraße entwickelt sich zu einer Hauptachse des Moseltourismus. Die verschiedenen Moselwinzer heißen Sie auf ihren Weingütern entlang dieser Route willkommen, damit Sie ihre Weine und ihre Leidenschaft entdecken können. Auch ein Genussblick auf die Saarweine bei Igel lohnt sich. Erstes Fazit: Das Schengen-Dreiländereck ist nicht nur ein geografischer Punkt, sondern ein Symbol für die europäische Einigung und Reisefreiheit. Es verbindet Geschichte, Naturerlebnis und Kultur und bietet Besuchern die Möglichkeit, die Idee eines grenzenlosen Europas hautnah zu erleben.

Verkostung im römischen Grutenhäuschen oberhalb der Saar
Winzerin Sunnen-Hoffmann LUX
in Frankreich

Für uns Europäer erscheint die Leichtigkeit für die "Grenzgänger" als Selbstverständlichkeit. Zwei unerbittliche Bruderkriege zwischen Frankreich und Deutschland haben im letzten Jahrhundert tiefe Wunden hinterlassen. Dank dem tiefen Willen zur Völkerverständigung fanden sich verantwortungsvolle, demütige Politiker auf beiden Seiten, die zum Entstehen der EU beigetragen haben. Seither hat die Europäische Union markante Veränderungen erlebt: Etwa den Brexit, mehr Beitrittskandidaten aus Südosteuropa und geschlossene Grenzen während der Pandemie. Sehr beeindruckend und mahnend sind bis heute die Visiten in den unterirdischen Festungen der Maginotlinie.

Friedensglocke
Hackenberg Visite der großen Tunnelanlage
Aufruf an die Elsässer

Zurück nach Schengen: Auf dem Place des Étoiles (Platz der Sterne) vor dem Museum stehen die vom Architekten François Valentiny entworfenen drei Säulen der Nationen. Sie sind mit Bronzesternen geschmückt, welche die einzelnen Schengenstaaten symbolisieren. Erkennbar sind die Länder an ihren eingemeißelten Markenzeichen: Da stehen etwa die Olympischen Ringe für Griechenland oder die Basilika Sagrada Família für Spanien. Den deutschen Stern zieren das Brandenburger Tor, der Kölner Dom und ein Gartenzwerg. Für neue Mitglieder stehen bereits freie Sterne parat. Wer neugierig geworden ist, hier einige weiterführende Links: Velosummer.lu, lux-trier.info, mullertal.lu, chateau-sierck.com, mosl.fr

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