Freitag, 30.10.2026 14:52 Uhr

Asterix und die Gallien Nostalgie

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 30.10.2026, 08:33 Uhr
Kommentar: +++ Kunst, Kultur und Musik +++ Bericht 290x gelesen

Wien [ENA] Kürzlich erregte die Versteigerung des Orginal - Titelbildes des Comics "Asterix bei den Briten" bei einer Auktion in Belgien für die unglaubliche Summe von 1, 2 Mio Euro einiges Aufsehen. Das kann auch damit zu tun haben, dass Asterix schon lange Teil einer Gallien Nostalgie ist, die in der Französischen Revolution ihren blutigen Anfang nahm und heute genüsslich und angstfrei als Comicfigur konsumiert werden kann.

Die Revolutionäre der Französischen Revolution erklärten nämlich kurzerhand das Bürgertum und die Bauern zu den rechtmäßigen Nachfahren der ursprünglichen Gallier, während sie den Adel als die Nachfahren der verhassten fränkischen Besatzermacht sahen, die ironischerweise schon über tausend Jahre im Land lebte. Aber eigentlich war es die Erinnerung an den gallischen Feldherrn Vercingetorix, der wahrscheinlich die Asterix Figur inspirierte, der das Abstammungstrauma der Franzosen bis ins Jahr 58 v. Chr. setzte, wenn Julius Cäsar im Gallischen Krieg die keltische Bevölkerung massenhaft vernichtete und versklavte und eine beispiellose Kulturzerstöung druidischer Heiligtümer und religiöser und intellektueller Eliten in Gang setze.

Und doch hat dann die Romanisierung und später die Christianisierung in diesem ausgebluteten Land durch die kulturelle Verschmelzung eine ganz neue gallo-römische Kultur hervorgebracht, in der eine Form der lateinischen Sprache vorherrschte und der römische Lebensstil Thermen, Theater und Philosophie verbreitete. 212 n.Chr. erhielten dann alle freien Bewohner Galliens durch die Constituto Antoniniana das volle römische Bürgerrecht und waren damit stolzer Teil des Römischen Imperiums bis 486 n. Chr. der Merowingische König Chlodwig I. den letzten römischen Machthaber Syagrius besiegte und damit die wechselhafte Herrschaft der Franken in Gallien begann, die ihren Höhepunkt unter Karl dem Großen fand.

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