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Was geschehen ist, wird wieder geschehen

Verantwortlicher Autor: Felix Pfitscher & Thomas Ulrich Frankfurt am Main, 13.08.2022, 15:30 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Wirtschaft und Finanzen +++ Bericht 16983x gelesen

Frankfurt am Main [ENA] Was getan wurde, wird man wieder tun. Denn es gibt nichts Neues unter der Sonne, wie in Kapitel 1,9 des Buches Kohelet weiter ausgeführt wird. Wer aufmerksam ist, wird bestätigt finden, dass die oben genannten Worte tatsächlich zutreffen – und zugleich hoffen, dass manche Dinge sich nicht wiederholen. Doch schon manche Hoffnung war allzu trügerisch.

Erst vor wenigen Tagen wurden wir auf einen alten Brief der Stadtwerke Eisenberg in Thüringen vom 10. Mai 1947 aufmerksam, in dem der Empfänger gemaßregelt wurde, zu viel Strom verbraucht zu haben. Die Strafe bestand aus einer 30-tägigen Stromabschaltung sowie der Androhung einer hundertfachen Berechnung des Tarifpreises bei wiederholter Übertretung. Zu finden ist der Brief auf dem öffentlich zugänglichen Twitteraccount des ehemaligen Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen.

Ist es vorstellbar, dass derartige Strafmaßnahmen bald wieder zu erwarten sind? Noch vor wenigen Jahren hätten wir, zwei in den 1960er-Jahren in Hessen / Westdeutschland bzw. Südtirol / Italien aufgewachsene Menschen, etwas Derartiges in unserem Land für „unmöglich" gehalten. Doch vieles hat sich seitdem verändert. Heute gilt man als tolerant, wenn man dem medialen Mainstream folgt, aber man gilt als undemokratisch und geradezu schon bösartig, wenn man sich nicht impfen oder zum x-ten Male boostern lassen will, weil man von schweren Nebenwirkungen erfahren hat oder auch mitbekommt, dass im eigenen Bekanntenkreis gerade die Geboosterten besonders anfällig für Ansteckungen mit dem Corona-Virus zu sein scheinen.

Die gleiche Außenseiterrolle des „gesellschaftlich Geächteten“ nimmt man ein, wenn man ein Hochschaukeln der Konflikte mit Russland nicht nachvollziehen kann und nicht versteht, was eine Ablehnung des Krieges in der Ukraine (aber auch überall sonst auf der Welt) mit einem Boykott von Gas zu tun haben soll, was Vorgängerregierungen aus gutem Grund nicht so gehandhabt haben; also etwa als Reaktion auf die Niederschlagung von Volksaufständen in den Ländern des früheren Warschauer Paktes durch sowjetische Truppen.

Da wir heute „im besten Deutschland leben, das es jemals gegeben hat“, wie unser Staatspräsident Frank-Walter Steinmeier bekanntermaßen verkündet hat, sollte man davon ausgehen können, dass sich Strafmaßnahmen, wie die oben zitierte, nicht wiederholen dürften. Andererseits wurden ähnliche Aussagen auch schon zu anderen Zeiten getroffen. So schreibt zum Beispiel der ehemalige DDR-Dissident Wolfgang Welsch auf Seite 58 seiner lesenswerten Autobiografie mit dem Titel „Ich war Staatsfeind Nr. 1”, was ihm gegenüber ein Vernehmer nach seiner politisch motivierten Verhaftung geäußert habe: „Bei uns in der DDR gibt es die größten Freiheiten, die wir jemals in Deutschland hatten."

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