Dienstag, 06.12.2022 16:06 Uhr

Von Neojakobinern, Genderwahn und Indianern

Verantwortlicher Autor: Michael Beier Bingen, 27.09.2022, 07:54 Uhr
Kommentar: +++ Politik +++ Bericht 2551x gelesen

Bingen [ENA] Eigentlich dachte ich, dass es als Thema für mich abgeschlossen ist. Aber leider ist es das bei weitem nicht. Sprache ist dynamisch, lebt, verändert sich. Aus sich heraus. Freie Ansichten, Meinungen und Kultur sind kein Spielball von Parteien, Ideologien und sicht nicht verhandelbar. Aber diese Freiheit ist bedroht, unter dem Mantel "etwas Gutes zu tun". Langsam und schleichend, wie ein Geschwür. Ein Meinungsbild.

Eine sich immer mehr militarisierende „Elite“, die noch nicht mal die einfachsten Regeln der Grammatik beherrscht, will eine neue Sprache, ein neues Verhalten, eine neue Weltordnung diktieren. Es klingt jetzt so, als ob ich und meine Meinung in Stein gemeißelt sind und ich in einer moralischen Vergangenheit lebe. Das ist bei weitem nicht so. Ich habe die Welt bereist und bin mit vielen Menschen jeglicher Couleur – Haut wie Sprache – ins Gespräch gekommen, vom Erzkonservativen über Atheisten, vom Orthodoxen bis hin zum Nihilisten. Aber warum lässt mir dieses Thema keine Ruhe? Weil es hier um die unselige Verknüpfung von Kultur, Politik und Ideologien geht.

Weil es hier um die unselige Verknüpfung von Kultur, Politik und Ideologien geht. Minderheiten versuchen die Mehrheit durch still und heimlich erzwungene Veränderungen zu beeinflussen und zu ideologisieren. Eine kleine Gruppe, die dann nach ihren Vorstellungen schalten und walten kann, während die Mehrheit kuscht, aus Ignoranz, aus Angst oder Dummheit. Kultur ist ein hohes Gut. Genau wie die Menschenrechte. Sie finden den Vergleich überzogen?

Ich finde nicht. In den Menschenrechten ist die Freiheit des Einzelnen festgeschrieben, so zu leben wie er/sie es will (Art. 1, 2, 3, 12, 18, 19) und das sollten wir mal verinnerlichen: • Die Freiheit zu sprechen, wie man will • Die Freiheit zu essen, was man will • Die Freiheit zu denken, was man will • Die Freiheit zu sein, was man will • Die Freiheit zu glauben, was man will

Ich finde es sehr bedenklich, wenn von wenigen, selbstverliebten Pseudoeliten in einer aus dem Ruder laufenden Woke-Kultur massiv darauf Einfluss genommen wird. In einer Weise, in der Alternativen keinen Raum haben: • Entweder du genderst oder… Wie ich schon an anderer Stelle sagte, gendern führt nicht zu einer besseren Geschlechtergleichheit. Sie stört, zerstört die Sprache und entzweit nur die Menschen. Und der vorauseilende Gehorsam in den Medien ist sehr, sehr bedenklich, weil ein Großteil der Bevölkerung das Gendern ablehnt. Was nötig ist, sind gerechte Löhne, gleiche Behandlung und gegenseitiger Respekt. Sonst rutschen wir vom Patriachat in die (feministische) Diktatur des Matriarchats. Und damit ist niemanden geholfen.

Und Sprache entwickelt sich, von unten nach oben und nicht diktatorisch von oben verordnet. Das hat noch nie funktioniert und funktioniert nur solange, wie Druck ausgeübt wird. Schauen Sie sich den Nationalsozialismus, die ehemalige DDR an...hat auch nicht geklappt. Und lesen Sie mal (wieder) 1984 von George Orwell. Kommt Ihnen da was bekannt vor? Ja? das ist gut.

Entweder du wirst Veganer oder… Bitte, wenn du vegan leben willst, tu es. Aber zwing es nicht anderen auf. Eine vegane Lebensweise mag gut für das Klima und für das Tierwohl sein. Aber wie sieht es mit den Einflüssen auf dei Umwelt aus? Voher kommen die Tomaten, die Mandeln, die Zitrusfrüchte oderAvocados? Meist aus Regionen, die eine intensive Bewässerung erfodern und damit die dortige Wasserknappheit verschärfen. Laut einer aktuell Studie des WWF sind Veganer mit die Hauptverursacher dieser Problematik.

Wer Zahlen mehr glaubt: bei kompletten Verzicht auf tierische Produkte verbraucht ein Veganer jährlich 45 Kubikmeter Wasser. Vegetarier 39 Kubikmeter, Fleischesser 29 Kubikmeter. Immer pro Person und Jahr berechnet. „Nur 18 Produzent des für unsere Ernährung nötigen Wasserverbrauchs gehen auf das Konto tierischer Lebensmittel“ schreibt der WWF in seinem Bericht. Und in einem Bericht der UNESCO wird auch auf diese Thema eingegangen. Ein komplexes Szenario, das leider von vielen nicht beachtet wird; neben den Ernährungsgewohnheiten gilt es auch das Agrarverhalten und damit das eigene Einkaufsverhalten zu überdenken. Ob Ernährung mit oder ohne Fleisch: Die Dosis macht das (Umwelt-)Gift.

Du fährst ein Auto mit Verbrenner? Weiche von mir Satan… Elektromobilität ist ein spannendes Thema. Aber alle anderen Optionen, die eine umweltfreundliche Mobilität ermöglichen, einfach ignorieren? Wasserstoff, alternative Diesel, die massiv CO2 einsparen können? Hat da die entsprechende Lobby zu viel zu sagen? Was ist mit den Schäden, die durch den Abbau der benötigten Erze entstehen? Ach ja, nicht schlimm… ist ja am anderen Ende der Welt… Ladeinfrastruktur? Netzkapazität?

Und wie ist die Entsorgung der Akkus geklärt? In meine Augen sind sie ein genau so grosses Problem wie ausgebrannte Brennstäbe der AKWs. Viele Fragen, die noch auf Antworten warten. Zum Schluss noch die Kosten. Für viele Menschen ist ein Wechsel gar nicht bezahlbar, der ÖPNV keine Alternative, zumindest in den ländlichen Gebieten. Strecken von wenigen Kilometern werden so kleinen Weltreisen, die unendlich viel Lebenszeit verbrennen. Und hier sind die ganzen Verspätungen und Ausfälle noch nicht berücksichtigt. Also was nun?

Du liest Karl May? Rassist! Karl May ist sicherlich eine nicht unumstrittene Person. Ich habe das Gefühl, dass die Personen, die May Rassismus, basierend auf seinen Winnetou-Werken, unterstellen, seine Werke gar nicht gelesen oder sich mit der Biografie Mays auseinandergesetzt haben. Als ein Mensch des 19. Jahrhunderts hatte May ganz andere kulturelle und politische Einflüsse zu verarbeiten als wir. May versuchte, obwohl durch die Paradigmen seiner Zeit beeinflusst, sich von ethnologischen, rassistischen Vorurteilen abzusetzen. Auch wurden seine Werke durch den Nationalsozialismus missbraucht. May war, gerade in den letzten Jahren, überzeugter Pazifist und versuchte in seinen Werken den Menschen „vom Bösen zum Guten“ zu erheben.

Und dazu bediente er sich unter anderem seiner Winnetou-Werke und Orienterzählungen. Und diese „Indianer“-Erzählungen, die von Freundschaft, Aussöhnung, Loyalität handeln, hatten ihre Auswirkungen sogar bis in die Gründungsphase der Grünen (Indianerkommune)… Ich denke, die wahren Rassisten sind die, die Hautfarbe, Religion, Ethnie unreflektiert und nur für ihre Ziele unter dem Mantel der „Wokeness“ benutzen. Ich könnte mich jetzt noch lange über das Thema auseinandersetzen, aber leider fehlt hier Platz und Zeit. Und wer anfängt Bücher zu verbrennen, fängt auch irgendwann an Menschen zu verbrennen...

Ich denke, es gibt hier etwas zum Überlegen. In dieser Zeit der Veränderungen muss der freie Geist, der hinterfragt, tolerant ist, aufpassen, dass er nicht unter die Räder kommt. Darum: SEID WACHSAM

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