Freitag, 20.04.2018 02:55 Uhr

Bürokratie contra Lebensrettung

Verantwortlicher Autor: Dr. Mark von Buch Brandenburg, 28.03.2018, 07:50 Uhr
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Brandenburg [ENA] Vor sechs Jahren, im Dezember 2011, wurde das Rahmenabkommen zum Rettungsdienst zwischen Deutschland und Polen durch die Gesundheitsminister aus Berlin und Warschau unterzeichnet. Im Mai 2013 trat dies in Kraft. Bis heute jedoch sind wichtige Probleme weder angepackt noch geklärt. Grenzüberschreitende Einsätze der Rettungskräfte sowie der lebensrettende Zugang zu Krankenhäusern harren noch einer Regelung.

Im März 2016 brach auf dem Markt von Osinow Dolny ein Feuer aus. Die polnischen Feuerwehrleute hatten alle Hände voll zu tun, den Brand zu löschen. Sie löschten das Feuer allein. Kurz vorher fand zwar eine gemeinsame Übung mit deutschen Kollegen statt, jedoch war deren Einsatz, nur über die Oder hinweg, aus bürokratischen Gründen nicht möglich. Sechs verletzte Deutsche durften von polnischen Rettungsfahrzeugen nur bis zur Oder gebracht werden und wurden dann von deutschen übernommen. Die polnischen Retter durften deutschen Boden nicht betreten. Wertvolle Zeit für die Verletzten wurde vergeudet. Auch können polnische Notfallpatienten nicht in das nahegelegene Krankenhaus in Frankfurt/Oder gebracht werden.

Rettungsdienst ist Aufgabe der Länder, in Polen der Wojewodschaften. Wir fragen uns in Deutschland und speziell in Brandenburg, was wurde denn in den vergangenen fünf Jahren getan? Was tat die Landesregierung von Brandenburg, um Schwierigkeiten beiseitezuräumen, um Bürokratie abzubauen und damit eventuell auch Leben retten zu können? Wie sieht die Praxis aus im vielgeliebten Europa der EU? Bis heute fehlt es an konkreten Regeln! Bis heute hat sich nichts getan obwohl seit dem verheerenden Unglück in Osinow Dolny schon wieder zwei Jahre vergangen sind. Worauf wartet man in Potsdam? Die Polen wollen. Aber sie können nicht, allein. Sie brauchen Partner, die mitziehen, verläßlich sind und das Wohl der Menschen im Auge haben. Potsdams Auftrag.

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