Dienstag, 06.12.2022 15:29 Uhr

Werbung nur für privilegierte Auserwählte 18.09.2022

Verantwortlicher Autor: Uwe Hildebrandt Bundesweit, 18.09.2022, 15:27 Uhr
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Diese und noch weitere Lebensmittelprospekte sind nur limitiert erhältlich
Diese und noch weitere Lebensmittelprospekte sind nur limitiert erhältlich  Bild: Uwe Hildebrandt

Bundesweit [ENA] Wer kennt das nicht ? Ein Gang zum Briefkasten um die Mittagszeit, keine Post aber schon wieder diverse Werbeprospekte, Faltblätter, Flyer und Co. Vieles davon wandert sofort in die Papiertonne, nicht nur deshalb haben inzwischen viele Haushalte den berühmten roten STOP–Aufkleber am Briefkasten.

Der da besagt „ Keine Werbung einwerfen „ oder „ Werbung STOP „ und ähnliches. Dieser Aufkleber ist keine Bitte, sondern hat einen rechtlichen Hintergrund. Wer nämlich bei einem Werbeeinwurf bei einem so gekennzeichneten Briefkasten erwischt wird, der bzw. die werbende Institution kann richtig Ärger bekommen. Aber heute geht es genau um das Gegenteil. Nämlich darum trotz grünem oder gar keiner Kennzeicnung am Briefkasten nichts zu bekommen.

Inzwischen ist es so, das viele Haushalte eher froh darüber sind, insbesondere Lebensmittelprospekte zu bekommen, weil die Inflation immer mehr den Geldbeutel belastet. Und da fällt die Auswahl zwischen keinen Angeboten zu Angeboten häufig in letzteres aus. Viele Anbieter sind zudem dazu übergegangen, die Prospekte gleich mit einer Zeitung zu den Konsumenten gelangen zu lassen, das ist einfacher, kostengünstiger und die Verteilung steht. Könnte man denken. Doch weit gefehlt. Beispiel Göttingen. Jahrelang gab es die regionale kostenfreie Zeitung Extra Tip. Darin inzwischen die in Göttingen und auch bundesweit weit verbreiteten Einkaufsketten wie Lidl, Tegut, Aldi Nord, Netto und Penny.

Kaufland und früher real.- gönnten bzw. gönnen sich bis heute eine Extraverteilung. Seit Monaten inzwischen das Phänomen, das die Zeitung in verschiedenen Strassen in Göttingen nur noch unregelmäßig ausgeteilt wird. Mal für 1 Woche, dann auch mal gerne gleich 3 Wochen werden an diverse Haushalte keine Zeitungen samt Prospekte verteilt. Und das in einem Göttinger Bezirk, genannt Holtenser Berg, der ausgeprägt ist durch eine hohe Anzahl an Sozialwohnungen und einkommensschwachen Mietern, die quasi auf die Prospekte angewiesen sind, insbesondere deshalb, weil trotz über 3000 Mietern keine antiquate Lebensmittelversorgung vorhanden ist und die Bürger in die Innenstadt fahren müssen.

Nachdem die Verteilerlücken immer größer wurden habe ich als Vertretung wollte ich den Extra Tip davon in Kenntnis setzen. Schnell die Göttinger Telefonnummer angerufen und nach Verbindung der Dame den Fall geschildert. Im Laufe des Gesprächs kam plötzlich heraus, das sie weder vom Extra Tip war noch ich mit dem Extra Tip verbunden war, sondern eine übliche Art eines Callcenters / Hotline, die über die vermeintliche Göttinger Telefonnummer das aber verschleiert und ich am Telefon erst auf Nachfrage darüber informiert worden bin. Hat übrigens der Media Markt Göttingen lange Zeit auch so gemacht bis die Kunden sich reihenweise über die mangelnde Qualität der Hotline beschwert haben.

Jetzt ist im Kontaktfeld des Media Markts Göttingen eine Kölner Rufnummer verzeichnet. Immerhin. Das nur mal nebenbei. Also die Dame meinte, sie könne das weitergeben. Okay, dachte ich. As es aber nicht besser wurde, habe ich einige Prospektinhaber direkt von der mangelnden Zustellung unterreichtet. Bis auf einen wurde ich, man glaubt es kaum, darauf verwiesen und angewiesen, doch die Angebote einfach im Internet anzuschauen, da würden alle Prospekte präsentiert. Ich und Hunderte von Konsumenten sollen also für die Fehlleistung einfach selbst dafür sorgen, das sie die Informationen bekommen ? Interesse am Umsatz scheint hier wenig zu bestehen.

Aber wie gesagt, Netto war so nett mir den Verantwortlichen für die Verteilung bekannt zu geben, nennt sich MEDIA Central in Mönchengladbach. Dort habe ich den Fall vorgebracht und ich mache jetzt mal einen Vorwärtsschub: Einmal klappte die Zustellung, dann wieder nicht, und immer so hin und her. Ich habe dann nochmals beim vermeintlichen Extra Tip angerufen und mal die Sache mal frontal angesprochen, denn inzwischen hatte ich eine Info bekommen, wer dann da austeilt. Und ja, bevor jetzt wieder der große Aufschrei losgeht, es ist wie es ist, die Wahrheit bleibt Wahrheit: Ein dunkelfarbiger junger Mann mit einer Einkaufskarre war wohl seit einiger Zeit der Verteiler. Und was höre ich da von der Gesprächsteilnehmerin am anderen Ende:

Ja, sie wisse es. Sie bekäme täglich Beschwerden wegen inkorrekten Verteilungen, sie könne es nicht mehr hören. Es sei ganz schlimm geworden. Sie könne nichts tun als das wieder aufzunehmen und weiterzuleiten. Mein Fazit: Wenn das unsere neuen Fachkräfte sind, die mal unsere Arbeit machen sollen und uns ersetzen sollen, und es noch nicht einmal schaffen, die Zeitungen korrekt auszutragen, dann gute Nacht. Klar, das darf keiner ansprechen, doch, darf man. Schönreden und Hilfshudelei hilt nämlich nicht. Ich erinnere mich: Briefwahlzettel in Göttingen, Bundestagswahl, Landtagswahl, Kommunalwahl. 3 Farben der Zettel, und die wurden den berechtigten Wählern farblich falsch zusortiert.

Erstmals in der Geschichte der Stadt Göttingen. Und jetzt raten Sie mal, wer die Sortierer waren. Armes Deutschland. Und ich will es zum Schluß nochmal sagen: Ich finde es eine Sauerei, das die Bürger, denen das Wasser ohnehin schon bis zum Hals steht, zusätzlich damit drangsaliert werden, das sie keine Angebote wahrnehmen können. Das können Reiche, Politiker natürlich nicht verstehen, wie wichtig das ist. Die einen gehen 2x wöchentlich zur Tafel, um über die Runde zu kommen, die anderen möchten das nicht aber müssen jeden Cent dreimal umdrehen.

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