Dienstag, 31.01.2023 01:33 Uhr

Sanja Iveković in der Kunsthalle Wien MQU

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 09.11.2022, 19:21 Uhr
Kommentar: +++ Kunst, Kultur und Musik +++ Bericht 3747x gelesen

Wien [ENA] Zerbrechlich und doch stark würdigt die Kunsthalle Wien im MQU Sanja Iveković in der umfassenden Ausstellung "Works of Hearts". Die Werke der Künstlerin führen trotz übermächtiger Kunsttheorie ihr Eigenleben, dass mädchenhaft - trotzig nach Identität sucht. In Zagreb, Kroatien geboren, fand sie in der 1968 aufgekommen Bewegung "Neue Kunstpraxis" eine Möglichkeit sich dem Thema Feminismus künstlerisch zu nähern.

Um das "Unbehagen in der Kultur" erlebbar zu machen, integriert sie gesellschaftspolitische Themen in ihr Schaffen. Sehr bald waren die Medien und die Ikonographie der Massenpropaganda Ausgangsmaterial ihrer Kunst, die sie zu entlarven versuchte. Ihre Arbeiten sind äußerst vielfältig und herausfordernd. So ihr Plakat "Achtung, Europär! Wir kommen" oder ihre gezeichnete Serie von Selbstporträts mit gefärbten Haaren. Ähnlich kindlich naiv interpretiert sie in der Serie von Zeichnungen das Mädchen Alisa, das einen Frosch betrachtet, wobei die Darstellung immer gleich bleibt und sich nur die Farben des Frosches ändern. Ihren Collagen mit Ausschnitten aus Erotikmagazinen stellt sie z.B. Zeitungsmeldungen von vermissten Frauen gegenüber.

Ähnlich spielt die Serie von Fotomontagen "Doppelleben" mit der Spannung des Unerwarteten und der Demontage. In 62 Arbeiten stellt sie ihre eigenen Fotografien Werbeanzeigen aus Magazinen von schönen, verführerischen Frauen gegenüber. In der Performance "Eve's Game" inszeniert Iveković ein berühmtes Bild neu, indem sie in einem schwarzen Kleid am Schachtisch sitzt, während der Kurator Pierre Bal-Blanc ihr nackt gegenüber sitzt. Ihr Spiel mit Politik und Medien zeigt sich auch in der Serie "Genxx" in der sie Bilder von schönen Fashion Models mit ihren eigen Texten kombiniert die kurze biografische Informationen über sechs Frauen sind, die in Jugoslawien während des Zweiten Weltkrieges im antifaschistischen Widerstand kämpften.

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